Ein Hund soll ins Haus kommen, wie bereite ich mich vor?

 

Zu allererst sollten Sie sich fragen, was erwarte ich von meiner Mensch-Hundbeziehung? Wie soll unser gemeinsames Leben aussehen? Welche Hobbys hatte ich vorher, wie kann ich diese mit dem Hund vereinbaren? Welche anderen Familienmitglieder leben noch im Haushalt und wie soll der Alltag mit Hund aussehen?

 

Viele Fragen sollten im Vorfeld geklärt sein, nehmen Sie sich die Zeit dafür, denn ein Hund hat eine Lebenserwartung von 10-15 Jahren, da sind unter Umständen die Kinder schon aus dem Haus und der Hund ist noch da. 

 

Nutzen Sie doch die Wartezeit auf Ihren Welpen und lesen schon einmal entsprechende Fachliteratur. Meine Buchtipps finden Sie in der Katergorie "Erziehung" unter "Buchtipps". Es hat sich in den letzten 20 Jahren auf diesem Sektor sehr viel getan und es ist sehr spannend, wie viel wir über das Hundeverhalten (Verhaltensbiologie) heutzutage lernen können.

 

Wie ich bereits an anderer Stelle erwähnt habe, ist die intensivste Prägephase bereits nach 16 Wochen abgeschlossen. Das heißt nicht, dass Ihr Hund danach nichts mehr lernt, ganz im Gegenteil, der Junghund durchlebt im Alter von etwa 6 bis 11 Monaten eine wichtige Entwicklungsphase, die soziale Erziehung sollten Sie deshalb das ganze erste Lebensjahr fortsetzen. Die intensive Prägung erfolgt jedoch in den ersten 16 Wochen und in diese Zeit gilt es zu nutzen, d.h. wenn Sie sich vorher Gedanken darüber gemacht haben, wir ihr Leben mit Hund aussehen soll, liegt es jetzt an Ihnen, ihm zu zeigen, was kommen wird. 

 

Wir sind zum Beispiel ein Haushalt mit einem erwachsenen Sohn, wir haben jedoch auch kleine Kinder im Familien- und Freundeskreis. Für mich stand deshalb direkt fest, Bella soll sich im Umgang mit Kindern sicher und souverän verhalten. Auch wenn unsere Züchterin durch ihre Kindergartenkinder hier schon ganz wunderbare Arbeit in den ersten 8 Wochen geleistet hat, wollten wir dies weiter festigen.

 

Regelmäßig hatten wir in entspannter und ruhiger Atmosphäre Besuch von Kindern und konnten Bella so den Umgang mit Kindern beibringen. Wichtig ist, diese ersten Kontakte möglichst ruhig und ausgeglichen zu gestalten.

 

Wir sind in unserer Freizeit gern aktiv und natürlich soll Bella dabei sein, egal ob mit dem Rad, beim Wandern, Kanufahren oder auch mal bei einer Stadtbesichtigung . Da unsere frühere Hündin nie gelernt hat in einem Fahrrad-Anhänger zu sitzen, konnten wir mit ihr nur kurze Strecken am Rad zurück legen (der Labrador zählt nicht zu den Ausdauerhunden und sollte deshalb nicht mehrere Kilometer am Rad geführt werden). Bella sollte sich also so schnell wie möglich an den Anhänger gewöhnen und so haben wir den Anhänger erstmal ohne Rad in den Garten gestellt und ihn mit in unsere Spiele einbezogen. So wurde z.B. im Anhänger gefüttert, Bella gelobt, wenn sie von sich aus in den Anhänger ging usw. Irgendwann sind wir dann mit Rad und Anhänger zum Fahrradweg und Bella durfte probeweise ein paar Meter mitfahren, während ich das Rad schob.

 

Dieses stufenweise, behutsame Vorgehen hat sich gelohnt! Mittlerweile fahren wir mit Bella viele Kilometer und sie sitzt entspannt im Anhänger. So können wir unsere Urlaube mit Rad prima mit Hund vereinbaren.

 

Natürlich kann man nicht jede Freizeitgestaltung direkt umsetzen und manchmal ist es auch schwierig, dem Welpen alles zu zeigen, was man vielleicht später einmal machen möchte aber wenn Sie Ihrem Welpen viele verschiedene Möglichkeiten bieten und ihn an die verschiedensten Materialien, Gerüche und Geräusche gewöhnen, wird es ihm im erwachsenen Alter leichter fallen, sich auf neue ungewohnte Situationen einzulassen.

 

So kann z.B. gelegentliches Bus- oder Zugfahren helfen, dem Hund in seiner Entwicklungsphase zu vermitteln, dass diese für ihn unbekannten Orte nicht bedrohlich sind. Auch wenn Sie nicht auf Bus oder Bahn angewiesen sind, machen Sie mit Ihrem Hund ein Event daraus.

 

Bella war zu Beginn etwas misstrauisch gegenüber diesen Verkehrsmitteln. Heute bin ich froh, es mit ihr geübt zu haben, so konnten wir unsere Urlaube bisher immer in vollen Zügen genießen! Ob mit dem Vaporetto auf Venedigs Kanälen oder mit dem Ausflugsschiff über den Gardasee, ob im Fahrradanhänger zu einem einsamen Hundestrand oder in der Seilbahn ins Hochgebirge, sie macht alles mit.

 

Üben Sie mit Ihrem Welpen, dass er sich anfassen lässt, sich ins Maul schauen lässt, in die Ohren, dass man ihn untersuchen kann (auch hierzu habe ich einen tollen Buchtipp).

 

Ich habe für die ersten Wochen eine Art Tagebuch geführt, damit ich wusste, was wir schon alles ausprobiert haben und was Bella noch kennen lernen sollte. 

 

 

 

 

 


Was gibt es hier?

Sie finden auf dieser Homepage viele Infos zur MenschHund-Beziehung, hilfreiche Tipps und Tricks, ein bisschen was zum Schmunzeln und ganz viele Bilder.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern.

 

Nicole Schaefer, Kluse 26, 58638 Iserlohn

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