Was kann, soll, muss ein Hund fressen?

 

Bevor ich beginne, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass ich all meine Artikel in einer verständlichen einfachen Sprache verfasse und Sie bei Bedarf gern wissenschaftliche oder medizinische Ausführungen zu den einzelnen Themen nachschlagen können. Mir geht es jedoch auf meiner Seite um klar verständliche Informationen, die eher das Gefühl einer lockeren Unterhaltung vermitteln als die Abhandlung einer Facharbeit.

 

Was kann, soll, muss ein Hund fressen?

 

Wenn ich an die Hunde aus meiner Kindheit denke, kommen mir automatisch diese roten Frolic-Ringe in den Sinn oder die gelben Pedigree-Dosen mit Nassfutter, wonach die ganze Wohnung stank. Denke ich an meine erste Hündin, dann gab es für sie ein Trockenfutter, aus einer bekannten Supermarktkette mit dem Siegel „Stiftung Warentest: sehr gut“. Knochen vertrug sie nicht und Rohfleisch wollte sie nicht. Da wir sie mit 3 Jahren bekommen haben, wollte ich ihr eine Umgewöhnung nicht zumuten und war ehrlich gesagt auch glücklich, dass die Fütterung so problemlos war.

 

Als ich Bella 2012 bekam, hatte ich im Vorfeld das Futterthema noch einmal aufgerollt. Meine alte Hündin ist 13,5 Jahre alt geworden und dann an Krebs gestorben. Natürlich habe ich mich gefragt, ob ich ihr mit einer anderen Ernährung ein längeres Leben hätte schenken können, wobei 13,5 Jahre für einen Labrador ein stolzes Alter ist.

 

Die Barfwelle war zu dieser Zeit bereits auf ihrem Höhepunkt und im Internet gab und gibt es wahre Kämpfe zwischen Barfern und Nichtbarfern. Jede Meinung, ob für oder wider scheint in Stein gemeißelt und so möchte ich an dieser Stelle nicht ins gleiche Horn stoßen. Bitte entscheiden Sie selbst, was Sie für richtig halten, hier in diesem Beitrag geht es mehr darum, von meinen persönlichen Erfahrungen zu berichten und da ich mehrfach von Interessenten gefragt worden bin, was ich füttere, möchte ich dies hier für alle kurz erläutern.

 

Für mich persönlich stand fest, ich möchte meinen Alltag nicht rigoros verändern und trotzdem möchte ich meinen Hund so gut wie möglich ernähren.

 

Also habe ich mich auf die Suche nach der für mich (wenn Sie zu einer anderen Erkenntnis kommen, ist es für Sie die Richtige) geeigneten Fütterungsmethode begeben.

 

Zuerst stellte ich mir also die Frage, ist der Hund ein reiner Fleischfresser?

 

Der Haushund ist ein Vertreter der zoologischen Ordnung Carnivora (Raubtiere). Der Begriff Carnivor kommt aus dem Lateinischen Carnis (Fleisch) und vorare (verschlingen) und bezeichnet somit die zoologische Klassifikation und auch die Ernährungsweise.

 

Dem gegenüber stehen die Pflanzenfresser(Herbivora) und die Allesfresser (Ommivora).

 

Raubtiere ernähren sich typischerweise von Beutetieren, weshalb sie allgemein als Fleischfresser gelten. Jedoch sind die Tierarten der Ordnung Carnivora nicht zwangsläufig Fleischfresser: Die zoologische Einteilung erfolgt primär anhand morphologischer und anatomischer Merkmale und nicht anhand der Art der Ernährung. Beispielsweise gehört auch der große Pandabär zur Ordnung der Carnivora, der sich ausschließlich von pflanzlicher Kost ernährt. Trotzdem besitzen Pandas den typischen Verdauungstrakt eines Fleischfressers mit einem kurzen und einfach strukturierten Darm.

 

Fleischfresser ist nicht gleich Fleischfresser
Unter den Fleischfressern unterscheidet man zwischen strikten und nicht-strikten Fleischfressern.

Strikte Fleischfresser
Zu dieser Gruppe gehören z.B. die Katze und das Frettchen. Strikte Fleischfresser sind auf die Aufnahme von tierischer Kost angewiesen und bestimmte Nährstoffe, die nur in tierischer Nahrung vorkommen, sind für sie lebenswichtig. Ein Beispiel dafür ist Taurin: Ein Taurin-Mangel führt bei Katzen zu Herzerkrankungen, Fortpflanzungsstörungen und Sehstörungen. Auf der anderen Seite sind manche Nährstoffe, die nur in Pflanzen vorkommen, für strikte Fleischfresser nutzlos. So sind z.B. Katzen, im Gegensatz zum Hund , nicht in der Lage, Beta-Carotin in Vitamin A umzuwandeln.

Nicht-strikte Fleischfresser
Der Wolf und der Hund sind keine strikten Fleischfresser. Nach ihrer Ernährungsweise können sie als „Carni-Omnivora" bezeichnet werden, also als Allesfresser, die sich überwiegend von tierischer Nahrung ernähren. Das bedeutet, dass sie auch pflanzliche Kost fressen bzw. fressen können.

  • Der Hund ist kein reiner Fleischfresser! Sondern ein Allesfresser, der sich vorwiegend von tierischer Nahrung ernährt.


Quelle: Dr. Julia Fritz Fachtierärztin für Tierenährung und Diätetik


Solche und ähnliche Artikel finden Sie in Büchern, Fachzeitschriften und im Internet. Wenn man sich einmal die Mühe macht und weiter recherchiert, ich habe mich beispielsweise gefragt, ab wann es industriell gefertigtes Hundefutter gab und was vorher an unsere Haushunde verfüttert wurde, kommt man sehr schnell darauf, dass unsere Haushunde über viele viele Generationen (berücksichtigt man die Lebensdauer der Tiere) mit Resten und teilweise Abfällen gefüttert wurden. Nicht selten nur mit eingeweichtem Brot, der Hund hat also über die Jahre die Fähigkeit erworben, Stärke aufzuspalten und zu verdauen.

 

Eine reine Rohfleischfütterung kommt für mich aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage:

 

  • nur Rohfleisch ist mir nicht vielseitig genug

  • auf Mehrtageswandertouren kann ich kein rohes Fleisch mitnehmen

  • im Sommer sind wir so oft es geht mit unserem Wohnwagen unterwegs, auch hier habe ich keine Möglichkeit, größere Mengen Fleisch gefroren zu halten

  • da ich Bella nur aus dem Futterdummy füttere, trage ich diesen auch schon mal mehrere Stunden mit mir rum, dauerhaft Rohfleisch ist da für uns eher ungeeignet.

 

Ja, ich füttere auch Lammherzen, mal eine Beinscheibe, Wildfleisch, Putenhals, Rehvorderlauf mit Fell und Huf, Lammrippen, -Hals und -Läufe, Hähnchenschenkel etc. Ich füttere jedoch auch Gemüsereste und übrig gebliebene Kartoffeln, mal eine Hand voll Nudeln oder eine alte Scheibe Brot, Käserinde und Wurstendstücke, Eier, Tomaten, Karotten, Äpfel, Birnen und seehr gern Bananen usw.

 

All das stopfe ich pur oder gemischt in einen Gefrierbeutel und dann in den Futterdummy, den ich immer mit auf unsere Runden nehme. Dies hat den Vorteil, dass wir auf unserer Runde gleich ein Beschäftigungsmittel dabei haben, womit ich den Hol- und Bringtrieb des Labradors befriedigen kann, dazu ein paar Suchspiele und integrierte Kommandos als Kopfarbeit und alles unter dem Motto wir sind ein Team und es lohnt sich für dich Hund mit mir Mensch zusammen zu arbeiten.

 

Zuhause haben wir übrigens nur eine riesige Schüssel Wasser stehen (warum riesig?, dazu später mehr) und den Gefrierbeutel kann man nach der Fütterung auch gleich als Kotbeutel verwenden (diesen dann jedoch bitte nicht mehr im Futterdummy verstauen, Ihr Hund wird es Ihnen danken).

 

Bella geht jeden Samstag mit mir auf den Markt und bekommt dort:

 

  • 1-3 Karotten am Gemüsestand

  • ein Ei am Eierstand

  • einen Apfel am Obststand

  • einen Hühnerhals am Geflügelstand

  • eine Sprotte am Fischstand

 

Sie kennt ihre Marktleute und weiß genau, wo es was gibt. Sollte ich an einem Samstag mal kein Geflügel, Fisch, Eier, Obst oder Gemüse benötigen, dann klappert sie trotzdem ihre Stände ab und unsere lieben Marktbetreiber wissen was zu tun ist. Es geht sogar soweit, dass ich auf dem Mittwochsmarkt, über den ich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause kurz drüber husche, schon die ein oder andere Ration zugesteckt bekommen habe mit den Worten „für Ihren Hund“. Ich gebe es ihr dann jedoch Zuhause nicht sofort, denn wüsste sie, dass mittwochs ebenfalls Markttag ist, müsste ich früher Feierabend machen.

 

Morgens bekommt Bella Hüttenkäse, Quark oder Banane in ihren Kong, damit geht sie auf ihre Decke ins Schlafzimmer und wir gehen zur Arbeit, so haben wir ein Abschiedsritual geschaffen, was für beide Seiten sehr entspannt ist.

 

Im Groben und Ganzen bekommt Bella jedoch ein hochwertiges Trockenfutter mit einem hohen Fleischanteil aus deutscher Produktion. Mal eingeweicht, mal mit Gemüse roh oder gekocht,mit Spaghetti, mit Quark, Hüttenkäse, geraspeltem Apfel oder roter Beete gestreckt oder mit Leinsamenöl getoppt.

 

So, jetzt werden vielleicht einige mit dem Kopf schütteln und in Erwägung ziehen, den Züchter zu wechseln und andere werden angewidert schauen, aufgrund einzelner Zutaten und sich fragen, wie sie es bei ihrem Hund umgehen können, ich möchte Ihnen jedoch mit diesem Artikel nur sagen, Frolic und Pedigree sind immer noch auf dem Markt, es gibt mittlerweile zahlreiche Hundebedarfsgeschäfte, die gewolftes gefrorenes und schon fertig portioniertes Frisch-Fleisch verkaufen, es gibt Tierbedarfsgeschäfte, die Nass- und Trockenfutter verkaufen, Schlachthöfe, die Knochen und Fleisch verkaufen oder wie bei uns Jäger, die ihr Wild verkaufen...am Ende müssen Sie entscheiden, was ihr Hund frisst, ich kann sie ja schließlich nicht kontrollieren und will dies auch nicht.

 

Ich persönlich tendiere zu größtmöglicher Vielfalt bei einem gesunden Tier und empfehle hierzu den Blog von Tierarzt Ralf Rückert.

 

Hier geht es zum Blog von Ralf Rückert

 

Hier geht es zum Tiermagazin Lumpi4

 

 

Es gibt jedoch ein paar Lebensmittel, die von unseren Hunden nicht vertragen werden und sogar tödlich sein können.

 

1. Zwiebeln

 

Der Hund reagiert aufgrund einer anderen Enzymausstattung der Erythrozyten (roten Blutkörperchen) auf den Verzehr von Küchenzwiebeln mit Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen). Auch gekochte und getrocknete Zwiebeln können die Symptome hervorrufen, am gefährlichsten ist jedoch rohe Zwiebel. Giftig wirken z.B. beim Hund schon 5-10g rohe Zwiebeln pro kg Körpergewicht. Die Vergiftung beginnt meist mit Erbrechen und Durchfall. Nach 1 bis 3 Tagen folgen dann die Symptome der hämolytischen Anämie (Blutarmut) wie Appetitlosigkeit, Schwäche, blasse Schleimhäute, Hämoglobinurie (Dunkelfärbung des Urins durch Ausscheidung der zerfallenen Blutfarbstoffe) und Beschleunigung von Herz-  und Atemfrequenz. Auch diese Vergiftung kann bis zum Tode führen. Wird die Zwiebelfütterung rechtzeitig eingestellt, so tritt eine Erholung in der Regel innerhalb einer Woche ein. 

 

2. Avocado

 

Ursache hierfür ist das Toxin Persin, das in einigen Avocado-Arten, und zwar in der gesamten Pflanze, vorkommt. Das Toxin ist ausschließlich für Tiere giftig. Durch das Toxin kommt es zu einer Herzmuskelschädigung und bei säugenden Tieren zusätzlich eine Mastitis (Gesäugeentzündung). Die auftretenden Symptome sind Husten, Atemnot, erhöhte Herzfrequenz. Die Erkrankung kann tödlich enden.

 

3. Weintrauben und Rosinen

 

Was genau an Weintrauben und Rosinen Vergiftungserscheinungen bei Hunden auslöst, wird zurzeit noch erforscht. Etwa eine Menge von 10 bis 30 Gramm Weintrauben pro Kilogramm Körpergewicht sollen bei Hunden eine Vergiftung verursachen können. Bei Rosinen soll die gefährliche Menge bei etwa 2,8 Gramm pro Körpergewicht liegen.

 

 

4. Rohes Schweinefleisch

 

In rohem Schweinefleisch kann der für Menschen ungefährliche Virus der Aujeszkyschen Krankheit enthalten sein. Das Aujeszky-Virus ist ein Herpesvirus, dessen Hauptwirt das Schwein ist. Wenn Hunde das Virus aufnehmen, dauert es ca. 2 Tage, bis die Aujeszky`sche Krankheit ausbricht. Die Tiere bekommen eine Gehirn- und Rückenmarksentzündung, an der sie innerhalb von wenigen Tagen sterben können.

 

 

 

 

 

 

Was gibt es hier?

Sie finden auf dieser Homepage viele Infos zur MenschHund-Beziehung, hilfreiche Tipps und Tricks, ein bisschen was zum Schmunzeln und ganz viele Bilder.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern.

 

Nicole Schaefer, Kluse 26, 58638 Iserlohn

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