Der gesunde Hund

 

Wer möchte nicht einen gesunden, wesensfesten und gut sozialisierten Hund? Doch wie kann man feststellen, ob diese wichtigen Eigenschaften bei dem Tier vorliegen? Es ist schon etwas verzwickt, auf der einen Seite ist uns bewusst, dass wir mit einem Tier ein Wesen in unsere Familie aufnehmen, mit dem wir eine wertvolle gemeinsame Zeit verbringen möchten, da fällt es uns schwer an Qualität zu denken, auf der anderen Seite ist es gerade bei einer solchen Bindung wichtig, bestimmte Kriterien zu beachten. Bei einem Gegenstand ist es etwas ganz anderes, da wissen wir sehr genau, welche Funktionen und welche Qualität wir wollen, wir vergleichen, je nachdem wie hoch die Investition ist, wochen- monate- oder gar jahrelang. Hier sind wir ganz rational und lassen uns so schnell nichts vormachen.

 

Bei einem Hund, einem Freund/Kumpel, einem Familienmitglied, sind wir viel emotionaler, viel unsicherer und verlassen uns schneller auf den Verkäufer (denn im Endergebnis verkauft jeder Züchter seine Welpen).

 

Wie erkenne ich also, ob der von mir gesuchte Hund die erforderlichen Eigenschaften besitzt? Lassen Sie sich die Ergebnisse der Gen-Untersuchungen zeigen! Ein seriöser Züchter wird sich freuen, wenn Sie danach fragen. Für unsere Hündin liegen alle gängigen Gentests vor. Wir haben die Ergebnisse unserer Hündin in der Rubrik "Nachweise" online gestellt. 

 

Warum Genuntersuchungen?

 

Das Genom des Hundes wurde 2007 entschlüsselt und hat in der Hundezucht damit neue Wege eröffnet, da heute mit einem DNA-Test bereits einige Erbkrankheiten festgestellt werden können. Durch die Aufschlüsselung kann verhindert werden, dass betroffene Tiere mit betroffenen Tieren zusammengeführt werden. 

 

In Bezug auf die Gesundheit gibt es beim Labrador-Retriever folgende mögliche Erkrankungen, die durch einen Gentest nachgewiesen werden können:

 

  • PRA-prcd
    Bei der Progressiven Retina Atrophie handelt es sich um eine Erkrankung der Netzhaut, die durch kontinuirliches Fortschreiten immer zur Erblindung führt.
    Die PRA-prcd wird autosomal-rezessiv vererbt, dass bedeutet, dass ein Hund nur erkrankt, wenn er je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Es müssen also beide Elterntiere das Gen tragen. Träger mit nur einem betroffenen Gen können zwar selbst nicht erkranken, geben aber die Erbanlage mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weiter.
    Bella ist frei über die Elterntiere
  • EIC
    Die Exercise Induced Collapse ist eine neuromuskuläre Erkrankung, die sich (oftmals unter Stress) in Form von Krampfanfällen (ähnlich die einer Epilepsie) äußert. Die Anfälle werden meist heftiger, je häufiger ein Hund einen Anfall hatte. Dazu kommen erhöhter Herzschlag und Fieber. Diese Krankheit wird ebenfalls autosomal-rezessiv vererbt.
    Bella ist frei über die Elterntiere

  • HNPK
    Die hereditäre nasale Parakeratose ist eine genetisch vererbbare Erkrankung des Nasenspiegels. Bei Ausbruch der Erkrankung bilden sich trockene und borkige Krusten auf dem Nasenspiegel. Der Krankheitsverlauf muss nicht mit Schmerz verbunden sein, es können sich jedoch auch tiefe Risse/Fissuren bilden, die bluten und sich bakteriell entzünden können. 
    Bella wurde über Laboklin getestet und ist frei

  • RD/OSD
    Die Retina Dysplasie (Retina=Netzhaut / Dysplasie=Missbildung) tritt in verschiedenen Formen auf. Allen gemeinsam ist, dass es sich um eine angeborene Missbildung der Netzhaut handelt. Die RS/OSD wird vermutlich autosomal rezessiv vererbt, der genaue Erbgang ist noch nicht zu 100% untersucht.
    Bella wurde über Certagen getestet und ist frei.

  • Narkolepsie
    Die Narkolepsie ist eine neurobiologische Erkrankung, hier liegt eine primäre Störung des Regulationssystems von Wachen/Schlafen vor. Die Erkrankung macht sich durch plötzliches Einschlafen bemerkbar. Diese spontane Schläfrigkeit kann durch Aufregung sogar noch verstärkt werden. Narkolepsie wird autosomal rezessiv vererbt und kann somit durch einen Gentest erkannt werden. 
    Bella wurde über Certagen getestet und ist frei.

  • SD 2
    Bei der Skeletale Dysplasie 2 handelt es sich um eine Erbkrankheit, bei der das Knorpel- und Knochenwachstum durch eine Anomalie gestört ist. Der Wachstumsverlauf der Röhrenknochen kommt vorzeitig zum Stillstand, wohingegen der Rumpf weiter wächst. Bei der SD 2 handelt es sich um eine milde Form des Zwergenwuchses. Die SD2 wird autosomal rezessiv vererbt und kann somit durch einen Gentest erkannt werden. Bella wurde über Certagen getestet und ist frei.

 

 

       Die Vererbung erfolgt bei den allermeisten Krankheiten autosomal rezessiv, doch was bedeutet es?

Durch den Gentest kann festgestellt werden, ob das Tier gesund (normal/clear), Träger des Merkmals (carrier) oder bereits erkrankt (affected) ist. "Affected" Hunde können zum Zeitpunkt des Gentests noch ohne Symptome sein, die Krankheit wird jedoch im Laufe der Zeit ausbrechen. Mit "affected" Hunden darf nicht gezüchtet werden.

 

Wenn ein Tier (carrier) Träger eines Merkmals ist, sollte es immer mit einem Tier das frei (normal/clear) ist,  verpaart werden. Die daraus entstandenen Welpen können so niemals selbst die Krankheit bekommen, da man beim autosomal rezessiven Erbgang immer das betroffene Gen von beiden Elterntieren benötigt.
     

 

  • Autosomal rezessiver Erbgang

Autosomal rezessiver Erbgang

Für jedes Merkmal liegen im Genom zwei Kopien vor. Je eine Kopie erhält das Tier von seinem Vater und eine von seiner Mutter. Wird ein Merkmal autosomal-rezessiv vererbt bedeutet dies, dass ein Tier nur erkrankt, wenn es je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Es müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das mutierte Gen tragen, selbst aber nicht unbedingt erkrankt sein.


Es existieren drei Genotypen:

1. Genotyp N/N (homozygot gesund): Dieses Tier trägt die Mutation nicht und hat ein extrem geringes Risiko an der Krankheit zu erkranken. Es kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben.

2. Genotyp N/mut (heterozygoter Träger): Dieses Tier trägt eine Kopie des mutierten Gens. Es hat ein extrem geringes Risiko an der Krankheit zu erkranken, gibt die Mutation aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an seine Nachkommen weiter. Ein solches Tier sollte nur mit einem mutations-freien Tier verpaart werden.

3. Genotyp mut/mut (homozygot betroffen): Dieses Tier trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat ein extrem hohes Risiko an der Erbkrankheit zu erkranken. Es gibt die Mutation zu 100% an seine Nachkommen weiter und sollte nur mit mutations-freien Tieren verpaart werden.


Träger geben die Erbanlage mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weiter. Bei der Verpaarung von zwei Trägern besteht die Gefahr, dass die Nachkommen von der Erkrankung betroffen sind (25%). 
Die Existenz von Trägern in einer gesunden Population erhöht die Variabilität des gesamten Genpools, weshalb diese nicht kategorisch von der Zucht ausgeschlossen werden sollten. Eine Verpaarung sollte jedoch immer nur mit mutations-freien Tieren erfolgen, so dass keine homozygot betroffenen Tiere entstehen können.

Quelle:http://www.laboklin.de

 

 

 

 

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