Ernährung und Wachstum

 

Im Internet gibt es viele Informationen über das Wachstum junger Hunde und endlos viele Informationen zur richtigen Ernährung.

 

Warum bekommen Welpen ein spezielles Futter und vor allem wie lange und welche Auswirkungen hat dieses oder jenes Futter aufs Wachstum.

 

Wenn man die Empfehlungen mancher Futtermittelhersteller liest, kommt einem schon der Verdacht, dass diese Informationen einfach der Geschäftemacherei dienen. Wir geben heutzutage so viel für unsere Haustiere aus, wie nie zuvor und sind somit ideale Opfer der Futtermittelindustrie.

 

Die Hauptwachstumsphase junger Hunde vollzieht sich vom 6. bis zum 8. Lebensmonat. In dieser Zeit schießen sie geradezu in die Höhe. Erst danach beginnt die Ausformung des Körpers sprich die Masseverteilung und diese zieht sich beim Labrador gern bis ins 3. Lebensjahr. 1 Jahr in die Höhe, 2 Jahre in die Breite ist ein guter Maßstab
 

Es gibt immer noch veraltete Meinungen zum Thema Wachstum. Die einen sagen ein Welpe sollte so viel fressen wie er will, denn so viel braucht er auch. Die anderen sagen, man soll dem Welpen so wenig wie möglich geben, damit die Knochen nicht zu schnell wachsen und möglichst dicht werden (Großhungern).

 

Es gibt Leute, die sagen, Welpenfutter ist Quatsch, der Wolf hatte auch kein Welpenfutter und es gibt diejenigen, die auf Welpenfutter bestehen.

 

Fakt ist, im Welpenfutter ist der Proteinanteil höher und der Anteil an Kalzium, Phospor, Zink, Linolsäure etc. auf den Bedarf von Welpen angepasst.

 

Jetzt könnte man denken, ach so viele Proteine, kein Wunder, dass der Hund so schnell wächst. Der Bedarf an Proteinen ist aber vor allem in den ersten Lebensmonaten besonders hoch, da in dieser Zeit die gesamte Entwicklung des Organsimus am höchsten ist. In Studien wurde festgestellt, dass selbst eine Proteinüberversorgung nicht zu einem beschleunigten Wachstum führt, solange die Energieversorgung stimmt.

 

Ein extrem Zuviel an Proteinen kann zu Verdauungsproblemen führen und den Stoffwechsel belasten. Bei zu wenig Proteinen wird jedoch vermehrt Fett eingelagert und die Muskelausbildung wird reduziert.

 

Wichtig ist, dass ihr die Figur eurer Hunde im Auge behaltet und hier sind wir beim Labrador wieder auf einem schwierigen Pfad. Einerseits sieht ein Labrador aufgrund seiner körperlichen Statur nicht aus wie ein Windhund, ist also nicht rank und schlank andererseits verstehen viele die natürlichen Vorgaben des Labradors als Entschuldigung und füttern die armen Tiere regelrecht fett.

 

Der Hund sollte gut bemuskelt sein. Die Taille muss erkennbar sein und die Rippen sollten gut spürbar jedoch nicht sichtbar sein. Auch hier gilt, es ist wie bei uns Menschen, jeder hat auch ein Wohlfühlgewicht.

 

Natürlich frisst der typische Labrador immer wenn man ihm etwas anbietet, aber es sollte auch nicht so sein, dass euer Hund immer und überall nach Fressen sucht und unruhig und hungrig auf und ab läuft. Es gibt halt auch Hunde, die mit etwas mehr auf den Rippen gelassener durchs Leben gehen. Hier seid ihr gefragt.

 

Unsere Bella ist jetzt 5 Jahre und geht mindestens 3 mal pro Woche mit uns joggen, sie geht regelmäßig schwimmen und mit mir wandern. Auf der anderen Seite liegt sie aber jeden Vormittag mindestens 6 Stunden rum (die Zeitspanne zwischen der Morgen- und der Mittagsrunde). Durch die Aktivitäten hat sie natürlich einen anderen Nährstoffbedarf als ein Hund, der täglich normale Runden läuft und nicht schwimmen geht. Die Futtermenge ist auch abhängig vom Temperament des Tieres. Ein Tier, was von sich aus eher ruhig und evtl. etwas faul ist, sollte natürlich nicht auch noch ständig etwas extra bekommen.

 

Auch im Leben eines Hundes verändert sich der Nährstoffbedarf. Bella wird wahrscheinlich mit 10 Jahren nicht mehr die Mengen bekommen, die sie jetzt zu sich nimmt.

 

Bella hat bei uns das komplette erste Jahr Welpenfutter bekommen. Sie war immer schon sehr agil und auch wenn ich im ersten halben Jahr keine größeren Runden mit ihr gelaufen bin, hat sie sich im Garten ausgetobt, so dass ich sie manchmal sogar festmachen musste zur Zwangsruhe.

 

Sie bekommt heute an den Tagen, an denen wir viel unternehmen (gerade schwimmen macht ja auch hungrig) auch etwas extra. Ein Becher Hüttenkäse, eine kleine Rolle Harzerkäse, 2-3 Hühnerhälse extra, Quark mit Früchten etc. Wir haben über die Jahre ein wenig ausprobiert und wissen jetzt, was sie gut verträgt, was ihr bekommt und was sie gern mag.

 

Brötchen gibt es allerdings fast gar nicht mehr (nur noch nach großen Wanderungen, wenn ich nichts sonst dabei habe, kaufe ich ihr in der nächsten Stadt auch noch ein Brötchen, man muss es mit der gesunden Ernährung auch nicht übertreiben). Die Hunde unserer Familie fraßen schon immer gern alte Brötchen, auch Bella ist da keine Ausnahme. Ein Besuch bei den Schwiegereltern hieß immer, da wartet ein trockenes Brötchen auf mich. Mit der Zeit kam Bella mit so einer Wucht ins Haus meiner Schwiegereltern gerannt, dass man sich wahrlich in Deckung bringen musste (wie immer ist alles Erziehungssache) und die Türen nur so aus den Angeln fielen.

 

Für Oma und Opa ein wahrer Genuss, der Hund freut sich halt, wenn er zur Oma kommt.

 

Schweren Herzens musste ich meiner Schwiegermutter erklären, dass es keine Brötchen mehr für Bella gibt. Natürlich war die Enttäuschung in den ersten Tagen groß, mittlerweile freut sich Bella jedoch tatsächlich über die Oma und naja…wenn dann doch mal ein Apfelschnitz auf den Boden fällt, soll es für mich auch in Ordnung sein.

 

Die Essenz dieser kleinen Geschichte…lasst euch nicht verrückt machen! Wer barfen möchte, sollte diesem Wunsch nachkommen und gut informiert barfen. Wer für sein Tier kochen möchte, kann sich auch hier auslassen, wer, wie wir mixt, sollte sein Tier im Auge behalten und schauen, wie der Allgemeinzustand ist, wie das Fell ist, die Augen, der Auswurf etc ist. Wer ein Komplettfutter bevorzugt, kann dies auch sehr gut umsetzen, Hauptsache ihr lasst euch nicht von der Futtermittelindustrie und/oder Internetforen, anderen Barfern oder sonstigen Schlaumeiern verrückt machen.

 

Wir sind individuell und unsere Hunde sind es auch.

 

Mein erster Hund wurde mit Aldifutter und allen kaufbaren Hundeleckerchen 13,5 Jahre alt. Bella bekommt ein hochwertiges Trockenfutter + Frischfleisch + Obst + Gemüse + Milchprodukte und wer weiß, vielleicht barfe ich den nächsten Hund ;-)

 

 

 

 

 

Was gibt es hier?

Sie finden auf dieser Homepage viele Infos zur MenschHund-Beziehung, hilfreiche Tipps und Tricks, ein bisschen was zum Schmunzeln und ganz viele Bilder.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern.

 

Nicole Schaefer, Kluse 26, 58638 Iserlohn

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