12.Welpen-Wochengeburtstag

Jetzt haben die kleinen Racker schon ihren 12. Wochengeburtstag hinter sich und alle sind mächtig gewachsen und bringen schon bis 12kg auf die Waage.

 

Hier im Eisenwald ist es ruhig geworden, in der Welpenzeit ist einiges liegengeblieben und so kann ich mich über Arbeit gerade nicht beklagen, da bin ich froh, eine souveräne erwachsene Hündin bei mir zu haben und denke oft an euch und wie intensiv und herausfordernd die Zeit mit einem Welpen ist.

 

So langsam fängt auch für den letzten die Welpenschule an, und damit auch der regelmäßige Kontakt zu anderen Hunden. Ich erinnere mich noch gut, wie wir zur ersten Stunde gegangen sind und ich stolz wie Oskar war, dass Bella so gut auf mich gehört hat, so toll neben wir saß, mich immer wieder anschaute ...bis...ja bis mein Hund auch einmal von der Leine durfte. Da schoss sie auch schon wie eine geölter Blitz von einem zum anderen, sprang plötzlich alle Leute an und flippte förmlich aus. Mein Hund war für den Rest der Stunde nicht mehr unter Kontrolle zu bringen, ab da zerrte sie an der Leine und wollte immer wieder den Kontakt zu anderen Hunden und Menschen, es waren anstrengende Wochen, die wir jedoch im Ergebnis toll zusammen gemeistert haben.

 

Der Labrador ist ein Hund mit einem mittleren bis hohen Energielevel, der durch seine Affinität zu anderen Lebenwesen oftmals etwas kopflos Vollgas gibt. Auch lässt er sich gern hochdrehen also aufpuschen und ist dann nicht immer so einfach wieder unter Kontrolle zu bringen. All diese Angewohnheiten fußen jedoch auf seine grenzenlose Freude über alles und jeden und sind nicht aggressiv motiviert. Es liegt deshalb an uns, nicht noch mehr Wind in dieses Segel zu blasen sondern durch kleine Regeln und Grenzen unseren liebestollen, aufgedrehten, neugierigen, verspielten Hund zu lenken.

 

Ich möchte mit diesem Blog keinen Erziehungsratgeber ersetzen doch vielleicht helfen euch ein paar Beispiele aus unserem Alltag. Auch wir setzen nicht alles um, was ich lese, manchmal hat man im Alltag nicht immer den Kopf frei und einige Dinge möchte ich auch so beibehalten wie immer, auch wenn ich weiß, dass es nicht optimal ist.

 

...so muss jeder für sich entscheiden, wie er mit seinem Hund zusammen leben möchte. Nun aber zu unseren kleinen Alltagstipps ;-).

 

Wenn ich mit Bella raus gehe, sage ich vorab "wir gehen raus", dann frage ich "wo ist deine Leine", jetzt läuft sie los und holt ihre Leine. Dieses Kommando habe ich aufgebaut, indem ich immer, wenn ich ihr die Leine anziehe auch "Leine" sage, sie weiß also, was die Leine ist. Hier habe ich schon vor dem Spaziergang eine winzige Übung und binde Bella in unser Vorhaben aktiv ein. 

 

Noch in der Wohnung leine ich sie an und wir warten einen kleinen Moment vor der Tür. Warum ich das mache? Bella ist früher nur mit Halsband direkt rausgestürmt, hat sich durch die Tür gequetscht und ist schon im Flur auf und ab gehopst. Alles nicht so schlimm, wenn jedoch ein Nachbar kam, wurde dieser direkt angesprungen, angeknabbert etc...

 

Im Hausflur warte ich noch einmal einen kurzen Augenblick vor der Haustür, stelle mich vor meinen Hund, öffne die Tür, gehe selbst den ersten Schritt und sage dann ganz ruhig "komm". 

 

Wenn wir mit dem Auto zu einem Waldstück fahren, öffne ich den Kofferraum und Bella muss noch einen Moment im Auto warten (am Anfang der Übung habe ich den Kofferraum immer nur einen Spalt weit geöffnet und wenn ich sah, dass die rausstürzen wollte, fiel die Klappe wieder zu). Heute kann ich ganz locker den Kofferraum öffnen und mein Hund bleibt so lange sitzen, bis ich sage "und Hopp" (ich kann sogar am geöffneten Kofferraum stehen und mich noch mit jemanden unterhalten).

 

Bevor sie endgültig aus dem Kofferraum darf, leine ich sie noch im Kofferraum an und gebe ihr auch nicht allzu viel Leine, sodass sie beim Rausspringen nicht sofort überall schnüffeln kann. Auch hier wieder einen kurzen Moment warten (meistens schüttelt sich der Hund oder juckt sich hinterm Ohr. Dies ist ein Verarbeitungsreiz, denn eigentlich möchte er sofort los, soll jedoch jetzt wieder warten, dass muss erstmal verarbeitet werden) und erst dann geht es los. 

 

Es sind wenige kleine Dinge, die jedoch auf Dauer eine große Wirkung haben und uns das Leben leichter machen. Unsere vielleicht manchmal stürmischen Hunde lernen, dass es gewisse Grenzen gibt, einfach einen Ablauf, den es einzuhalten gilt und wenn diese Regeln akzeptiert und gut abrufbar sind, hat der Hund vielmehr Freiheiten, als wenn wir durch unsere Erziehungsfehler dem Hund nur eine Flexileinenfreiheit geben können. 

 

Bei all den Regeln sollten wir jedoch niemals den Spass vergessen und unsern Hund auch mal Hund sein lassen.

 

Da greift wieder mein Lieblingsspruch:

 

Freude an einem Hund haben sie erst, wenn sie nicht versuchen,

aus ihm einen halben Mensch zu machen.

Ziehen sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht,

selbst zu einem halben Hund zu werden.

 

Edward Hoagland

 

 

Wir wünschen euch weiterhin viel Freude mit euren Hunden!

 

Was gibt es hier?

Sie finden auf dieser Homepage viele Infos zur MenschHund-Beziehung, hilfreiche Tipps und Tricks, ein bisschen was zum Schmunzeln und ganz viele Bilder.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern.

 

Nicole Schaefer, Kluse 26, 58638 Iserlohn

Tel. 02371-310068

nicole.schaefer217@online.de