Erwartungshaltung beim Hund

Was meine ich mit Erwartungshaltung und was ist so schlimm daran?

 

Im Grunde steckt es schon im Wort, der Hund verhält sich in einer bestimmten Art, weil er etwas erwartet. Als bestes Beispiel dient die Fütterung. Wir mischen morgens das Futter zusammen, klopfen vielleicht noch den Löffel ab und schwups, steht der Hund neben einem. Vielleicht jault er sogar in freudiger Erwartung oder dreht sich im Kreis, vielleicht bekommt er extremen Speichelfluss oder im schlimmsten Fall fängt er an einen am Bein zu kratzen, so nach dem Motto "Los, beeil dich!".

(Bella bekommt ihr Futter ja immer unterwegs im Dummy, ab und an gibt es jedoch auch mal eine Möhre, etwas Quark oder den Rest vom Kuchenteig und dann springt sie sofort in ihr Körbchen und wartet.)

 

Einige Hundehalter mögen es dieses Verhalten und forcieren es sogar, indem sie ihren Hund in seiner Handlung bestätigen. Wenn man dies tut, soll es für diejenigen jedoch auch in allen anderen Situationen okay sein, denn einmal forcieren und einmal schimpfen versteht kein Tier und führt auf Dauer zu viel unnötiger Schimpferei, die wir dem Hund auch noch selbst eingebrockt haben.

 

Was aber tun, wenn Bello im Auto jedes Mal jault wie ein Wolf, weil wir zur nächsten Freilaufwiese fahren?

Oder wenn Bello einen, sobald man von der Arbeit kommt, nicht mehr in Ruhe lässt, weil er ja unbedingt und sofort!!! raus muss, man also weder seine Tasche abstellen kann, noch mal eben schnell etwas essen kann, denn der Hund läuft einem ständig durch die Beine?

 

Manchmal wünschen wir uns jedoch genau diese Erwartungshaltung, um unseren Hund beim Training zu motivieren. Dann möchten wir, dass er in Erwartung auf das, was da kommt, sich in einer besonderen Weise verhält.

 

Zusammengefasst möchten wir die Erwartungshaltung unseres Hundes also so beeinflussen, sodass im täglichen Leben ein entspanntes Miteinander möglich ist. 

 

Doch wie funktioniert es?

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten.

So können wir z.B. eine Erwartungshaltung einfach mehrfach bewusst nicht befriedigen. 

 

Beispiel: Normalerweise fahren wir nur mit Hund Auto, wenn wir:

 

a) zur Hundeschule fahren oder

 

b) mit unserem Hund einen Spaziergang machen.

 

Wenn wir jedoch einkaufen fahren, die Kinder irgendwo abholen oder jemanden wohin bringen, nehmen wir den Hund nicht mit. Warum auch, Hund rein, Hund raus nur weil wir mal eben die Tochter aus der Schule holen?

 

Was verbindet unser Hund also jetzt mit einer Autofahrt?

 

Einkaufen fahren?

Tochter abholen?

Jemanden wohin bringen?

evtl. zum Spaziergang fahren?

 

Er verbindet mit der Autofahrt auf jeden Fall den darauffolgenden Spaziergang und in Erwartung dessen hat er sich angewöhnt zu jaulen und unruhig auf und ab zu laufen, vielleicht sogar zu springen, zu bellen und bei der Ankunft aufgeregt aus dem Auto zu springen.

 

Hier hilft es, mit dem Hund viele Leerfahrten zu unternehmen. Der Hund lernt dadurch, Autofahren ist nicht die Vorstufe zum geliebten Spaziergang sondern Autofahren kann bedeuten:

 

-kurz rein und raus ohne das etwas passiert. 

 

-rein ins Auto und für 10 Minuten drin bleiben, ohne das überhaupt irgend etwas passiert, es fährt noch nicht einmal,

 

- rein ins Auto und es folgt eine lange Autofahrt, dann muss man auch noch etwas allein im Auto bleiben und zum Schluss geht es einfach wieder nach Hause ohne den ersehnten Spaziergang.

 

Ein anderes Beispiel: Ich gehe jeden Tag mittags um 13:30 Uhr wenn ich von der Arbeit komme, sofort mit meinem Hund raus. Mein Hund freut sich wie Bolle wenn ich nach Hause komme, jault und dreht sich wie verrückt um die eigene Achse, er springt und jault und bellt und freut sich wie verrückt.

 

Was aber, wenn ich noch kurz zur Toilette möchte? Wie reagiert mein Hund, wenn ich noch schnell einkaufen war und erst um 14:00 Uhr nach Hause komme, das Gefriergut verstauen möchte, dringend zur Toilette möchte und danach noch ein dringendes Telefonat führen muss? 

 

Auch hier hilft es, bei der Ankunft zu Hause erst einmal überhaupt keine große Begrüßung zu veranstalten. Entweder man lässt den Hund wortlos aus dem Raum, indem er immer ist, wenn wir länger nicht zu Hause sind (Bella ist vormittags während ich arbeite im Schlafzimmer. Wenn ich nach Hause komme, gehe ich hoch, öffne die Schlafzimmertür und gehe wieder runter in die Küche) oder, wenn der Hund die komplette Wohnung für sich hat, komme ich einfach wortlos rein und widme mich den Dingen, die ich tun möchte.

 

Nach einer Weile sage ich dann einfach "Hallo Bella" und sobald ich den Dummy fülle, weiß sie, es geht los.

 

 

 

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